Wie kann man unter Einhaltung der gesetzlichen Auflagen, die von der Basisstation ausgehenden Strahlenbelastung vermindern und die elektrische Feldstärke minimieren?
Verbietet man z.B. die Errichtung einer Basisstation in einem bestimmten Abstand zu einem sog. „empfindlichen Standort“ (z. B. einem Kindergarten), so läuft man unter Umständen sogar Gefahr die Feldstärken dort zu erhöhen.
Im Folgenden werden zwei mögliche Lösungen verglichen, um die elektrische Feldstärke gering zu halten:
- Die Einführung einer Off-Limits Zone um den Kindergarten, in der die Errichtung von Basisstationen verboten ist;
- Die Errichtung von Basisstationen auf dem Dach des Kindergartens selbst.

Figur: Errichtung von Antennen in der Nähe eines Kindergartens verboten: Das Bild zeigt eine mögliche Situation, in der eine Off-Limits Zone eingeführt wird. Vier Basisstationen, eine für jeden Mobilfunkbetreiber, sind hier eingetragen. Die elektrische Feldstärke jeder einzelnen Anlage wird durch Isolinien dargestellt. Um eine ausreichende Versorgung zu erzielen, könnte es für jeden Netzbetreiber notwendig sein, jeweils eine Antenne mit Zielrichtung Kindergarten zu installieren. Der rosarote Kreis stellt die Grenzen der Off-Limits Zone dar, in deren Mittepunkt sich der Kindergarten befindet (roter Punkt im Mittelpunkt des rosafarbigen Kreises).

Figur: Darstellung der gesamten elektrischen Feldstärke, die von den vier Anlagen außerhalb der Off-Limits Zone erzeugt wird. Der rosarote Kreis stellt die Grenzen der Off-Limits Zone dar, in deren Mittepunkt sich der Kindergarten befindet (roter Punkt im Mittelpunkt des rosafarbigen Kreises). Die berechneten Werte im Bereich des Kindergartens liegen zwischen 2 V/m und 3 V/m.

Figur: Darstellung der gesamten elektrischen Feldstärke, die von den vier Anlagen positioniert im Mittelpunkt der Off-Limits Zone erzeugt wird. Der rosarote Kreis stellt die Grenzen der Off-Limits Zone dar, in deren Mittepunkt sich der Kindergarten befindet (roter Punkt im Mittelpunkt des rosafarbigen Kreises). Die berechneten Werte im Bereich des Kindergartens betragen ungefähr 1 V/m.
Zusammenfassung der Ergebnisse
POSITION DER SENDEANLAGE
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ELEKTRISCHE FELDSTÄRKE IM BEREICH DES KINDERGARTENS |
Antennen außerhalb der Off-Limits Zone |
2-3 V/m |
Antenne auf dem Dach des Kindergartens selbst
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ungefähr 1V/m |
Dieses Ergebnis mag überraschend sein, aber im vorliegenden Fall ist die Feldstärke niedriger, wenn die Antennen auf dem Dach des Kindergartens errichtet werden. Daraus folgt, dass die Einführung von Zonen, in denen Sendeanlagen nicht errichtet werden dürfen, keine allgemeingültige Strategie darstellt, um die Exposition in sog. „sensiblen Zonen“ zu minimieren.
Wie kann man also die Exposition der Bevölkerung an elektromagnetischen Feldern minimieren?
Man kann einige Parameter verändern, die auf die Strahlenbelastung einen großen Einfluss haben:
- Der vertikale Strahlungswinkel der Antenne (Tilt);
- Die Sendeleistung;
- Die Senderichtung;
- Der Standort der Antenne.
Die Veränderung des vertikalen Strahlungswinkels der Antenne (Tilt)
Normalerweise werden die Antennen ziemlich hoch installiert. Antennen erhalten daher normalerweise einen leichten Neigungswinkel nach unten, sodass die maximale Strahlung mit einer Neigung von einigen Grad nach unten gerichtet ist. Überprüft man im Rahmen einer Simulation die Feldstärke im Bereich der umliegenden Gebäude, kann es sinnvoll sein, diesen Neigungswinkel zu verändern, um damit die elektromagnetische Belastung für die gegenüberliegenden Häuser zu reduzieren:
 Figur: Die Antenne hat eine Absenkung von 6°. Die Feldstärke im Bereich des höchsten Gebäudes liegt zwischen 2V/m und 3 V/m. |
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Figur: Die Antenne hat eine Absenkung von 3°. Die Feldstärke im Bereich des höchsten Gebäudes reduziert sich im Vergleich zum vorherigen Fall. |
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 Figur: Die Absenkung wird weiter reduziert. Das hohe Gebäude liegt jetzt nicht mehr im Hauptstrahlungskegel. |
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Die Änderung der Sendeleistung
Das von einer Antenne abgestrahlte Feld hängt von der Geräteleistung ab.
Die zwei Figuren zeigen wie sich die Feldstärke mit der Leistung ändert.
Die rechts dargestellte Sendeanlage (blauer Punkt) sendet, im Vergleich zur links dargestellten Anlage, nur mit halber Leistung.

Die Änderung der Senderichtung
Befindet sich ein Gebäude innerhalb des Hauptstrahlungskegels einer Sendeanlage, kann man die Antenne (Strahlungsrichtung) um einigen Grad drehen, um die Exposition bestimmter Bereiche zu verringern.
Beispiel: Die Antenne (blauer Punkt) ist nach Norden gerichtet. Um eine erhöhte Belastung im Bereich eines hohen Gebäudes in Strahlungsrichtung nördlich der Anlage zu vermeiden, kann man die Antenne um 30° drehen, falls sich in der neuen Richtung nur niedere Gebäude befinden. |

0° AZIMUT |

30° AZIMUT |
Die Änderung der Position
Manchmal kann es notwendig sein, den geplanten Standort einer Basisstation völlig zu verlegen, z. B. wenn das Gebäude, wo die Anlage ursprünglich geplant war, von höheren Gebäuden umgeben ist.

vom Netzbetreiber vorgeschlagene Position
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Alternative Lösung |
In beiden Figuren haben die Basisstationen die selben sendetechnischen Merkmale. Bei der alternativen Lösung ist das Gebäude, auf dem sich die Anlage befindet, aber höher. Deshalb ist die elektrische Feldstärke im Bereich der nächsten Gebäude deutlich niedriger.
Die angeführten Beispiele zeigen wie man in der Praxis durch Änderung einiger Parameter die von einer Sendeanlage abgestrahlte Feldstärke und damit die Strahlenbelastung für die Umgebung deutlich vermindern kann. Die Minimierung der Exposition der Bevölkerung muss aber mit der Qualität des Mobilfunkdienstes vereinbar sein.
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