Der Elektrosmog bereitet einem Sorgen, mehr als der Zigarettenrauch oder die vom Verkehr verursachte Luftverschmutzung. Dies klingt zwar paradox, entspricht aber der Wirklichkeit. Eine verantwortungsvolle Verwaltung muss sich damit so weit als möglich wirkungsvoll und transparent auseinandersetzen. Aus diesem Grunde wurde diese Webseite geschaffen, auf der sämtliche Bozner Bürger und Bürgerinnen die elektromagnetischen Felder, denen sie ausgesetzt sind, überprüfen können: zu Hause oder am Arbeitsplatz, im Erdgeschoss oder im 2. oder 3. Stock, an jeder Stelle in der Stadt, um den Beitrag von mehreren Antennen oder auch nur einer einzigen Basisstation zu bewerten. Dieses außergewöhnliche Überwachungsinstrument ist die sichtbarste, aber nicht die einzige Maßnahme, die von der Gemeindeverwaltung Bozen ergriffen wurde. Nach den Basisstationen für den Mobilfunk wird demnächst auch die andere große elektromagnetische Emissionsquelle, die Stromleitungen, erfasst und ständig kontrolliert. Zielsetzung dabei ist es, den Bürgern und Bürgerinnen der Landeshauptstadt einen möglichst umfangreichen Schutz vor elektromagnetischen Strahlen zu gewährleisten, indem die Emission minimiert und der Bevölkerung die Möglichkeit geboten wird, selber die Exposition zu überprüfen. Der Elektrosmog stellt eine unsichtbare Belastung dar, die aber stets unter Kontrolle gehalten werden muss. Schließlich sind wir es, die mit unseren Handys, unseren Konsumgewohnheiten und dem ständigen Streben nach unnötigen Bequemlichkeiten zum Elektrosmog beitragen.
Stefano Fattor
Stadtrat für Umwelt der Gemeinde Bozen

Die Universität ist der Ort wo Fachkenntnisse erworben und aufgewertet werden müssen, damit sich die jungen Generationen dort bilden können. Auf der Universität werden Forschung und Kultur gepflegt. Die Forschung ist natürlich in ständiger Entwicklung und konfrontiert sich ständig auf internationaler Ebene. Wenn es in irgendeinem Bereich Informationsmängel gibt, dann ist es Aufgabe der Universität, die eigenen Mittel anzuwenden, um konkrete Antworten zu geben.
In Bezug auf den so oft angesprochenen „Elektrosmog“, der in engem Zusammenhang mit der Zunahme der Basisstationen für Mobilfunk steht, stellte sich die Universität die Frage, ob sie den Studenten die notwendigen Bildungsmöglichkeiten bietet: die elektromagnetischen Wellen gehören zwar zum Grund-Studium der Physik, aber spezifische Kenntnisse über neue Mobilfunktechnologie wurden nicht erteilt. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2002 ein neuer Studiengang an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Trient, im Rahmen des Fachlaureatsstudienganges Physik, eingeführt. Zusammen mit der Landesumweltagentur, der Gemeinde und dem Gemeindeverband von Bozen hat die Abteilung Physik der Universität von Trient diese Webseite über den Elektrosmog erstellt. Damit kann jeder die elektrische Feldstärke im eigenen Haus, im Arbeitsraum und wo Kinder und ältere Leute ihre Zeit verbringen schätzen. Wir hoffen, dass dieses Instrument, das wegen seines ortsbezogenen informativen Charakters einzigartig ist, der Bevölkerung hilft, mit mehr Übersicht und Kenntnis dem Argument anzugehen: große Aufmerksamkeit ist berechtigt, Alarmismus hingegen nicht. Die Tatsache, dass die Verwaltung die elektromagnetischen Felder genau kennt und kontrolliert, und dass die Daten auch veröffentlicht werden, stellt für den Bürger sicher eine gute Nachricht dar.
Antonio Miotello
Direktor der Abteilung Physik auf der Universität Trient
Es ist sehr wichtig, die Bevölkerung im Bereich der nicht ionisierenden Strahlung (sog. "Elektrosmog") zu informieren, vor allem wenn man das große Interesse darum und die großen Interessen die damit verbunden sind. Die Landesumweltagentur, Labor für physikalische Chemie, hat im Rahmen ihrer Zuständigkeiten an der Erstellung dieser Webseite durch eigene menschliche und technische Resourcen mitgearbeitet. Zusammen mit der Gemeinde Bozen, mit der Abteilung Physik der Universität Trient und mit dem Gemeindeverband hat man versucht, eine breitbandige Information über rechtliche, gesundheitliche, technologische Aspekte, die mit dem Elektrosmog und dessen "Management" verknüpft sind; die Karte des elektromagnetischen Feldes ermöglicht jedem zu überprüfen wie es bei ihm ausschaut.
Dieses Instrument wird von der Umweltagentur für die Kontrolle und die Planung angewandt, um die Exposition der Bevölkerung beim ständigen Ausbau der Mobilfunknetze zu minimieren.
Luigi Minach
Direktor des Labors für physikalische Chemie der Landesumweltagentur