1) Was versteht man unter einer Basisstation?
Im Mobilfunk wird der Versorgungsbereich in sog. Funkzellen eingeteilt, die jeweils von einer Basisstation bedient werden. Auf einer Basisstation befinden sich mehrere Antennen, die normalerweise in drei verschiedene Richtungen orientiert sind. Weitere Informationen über zellulare Funksysteme erhalten sie im Abschnitt "Vertiefung".
2) Wie viele Basisstationen gibt es in Bozen?
In der Gemeinde Bozen befinden sich 76 Basisstationen (September 2004). Ihre genaue Position findet man im Abschnitt "Karte der elektromagnetischen Felder".
3) Wie viele Basisstationen benötigt man?
Es ist nicht möglich, diesbezüglich eine exakte Zahl anzugeben, denn die Anzahl der Basisstationen hängt auch mit der Marktstrategie jedes Netzbetreibers zusammen. Die Deckungsziele und –bedürfnisse der einzelnen Betreiber lassen sich nicht allgemein festsetzen. Außerdem hängt die Anzahl der Basisstationen von der Anzahl der Anwender ab: je mehr Personen ein Handy benützen, desto mehr Umsetzer sind notwendig. Zusätzlich spielen auch die technischen Eigenschaften eine Rolle: für UMTS sind mehr Umsetzer als für GSM erforderlich. Aus all diesen Gründen ist die Anzahl an Umsetzern nicht gesetzlich festgelegt, wohl aber die von diesen erzeugte Feldstärken.
4) Ist es gefährlich, in der Nähe einer Basisstation zu leben? Und direkt darunter?
Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Feldstärke unter einer Antenne niedriger und vor einer Antenne höher ist. Trotz der schnellen Zunahme an Umsetzer, gewährleisten die vom Gesetzgeber vorgesehenen Vorsichtsmaßnahmen und Grenzwerte einen ausreichenden Schutz der Bevölkerung. Der Gesetzgeber ist dabei bemüht die Regelungen an den neuen Stand der Erkenntnisse anzupassen. Für weitere Erklärungen, siehe "Vertiefung".
5) Wie und wo kann ich Daten über die Feldstärke erhalten?
Um Feldstärkedaten zu erhalten, muss man entweder alle sendetechnischen Daten der Umsetzer kennen oder Messungen durchführen; jede einzelne Antenne muss berücksichtigt werden. In der Sektion "Karte der elektromagnetischen Felder" findet man die Werte für jeden Punkt in der Stadt Bozen.
6) Wird die Anzahl der Antennen zunehmen?
Das ist schwer zu sagen. Gesetzlich sind die UMTS-Betreiber gezwungen, alle Provinzhauptstädte bis Ende 2006 abzudecken. Man kann annehmen, dass nachher das UMTS Netz vervollständigt und ergänzt wird. Wer jedenfalls das Schicksal (und somit auch die Anzahl der Antennen) des Mobilfunks der dritten Generation bestimmen wird ist der Markt. Diese Aussage bezieht sich auf den derzeitigen Zustand, in dem es vier Netzbetreiber gibt. Sollte auch ein fünfter eine Lizenz erhalten, wird er sein Netz noch ausbauen müssen und neue Antennen errichten. Das Problem liegt nicht in der Antennenanzahl, sondern in der Feldstärke, so wie in den Rechtsvorschriften festgelegt ist.
7) Ist der Elektrosmog der Anzahl der Antennen proportional?
Nicht unbedingt. Die Feldstärke hängt natürlich von den Antennen ab, da sie die Quellen der elektromagnetischen Felder sind. In einer Stadt kann es aber vorteilhaft (manchmal auch notwendig) sein, die Umsetzer zu verteilen anstatt sie zu konzentrieren. Man vermindert somit die Spitzenwerte, wobei eine vollständige Abdeckung mit durchschnittlich niedrigeren Feldstärken erreicht wird. Es sei daran erinnert, dass die Grenzwerte für die Feldstärke durch staatliche Rechtsvorschriften festgelegt sind.
8) Wer schützt mich vor dem Elektrosmog?
Laut Gesetz steht es dem Staat zu, die Grenzwerte für die Exposition der Bevölkerung durch elektromagnetische Felder festzulegen. In dieser Hinsicht bewertet die Landesumweltagentur die Projekte der Basisstationen für die Provinz Bozen. Die Ermächtigung zur Errichtung eines Umsetzers wird vom Bürgermeister oder vom Landesrat für Raumordnung erteilt, je nachdem ob sich die Basisstation innerhalb oder außerhalb der Siedlungsgebiete befindet. Weitere Informationen über die Grenzwerte findet man unter "Rechtsvorschriften". Die genehmigten Umsetzer sind in der Sektion "Karte der elektromagnetischen Felder" beschrieben.
9) Ich habe gehört, dass man Geld bekommt, um auf dem eigenen Dach eine Antenne installieren zu lassen. Stimmt das? Wer riskiert mehr: ich oder meine Nachbarn?
Die Betreiber zahlen dem Besitzer eine Miete, um den notwendigen Raum für die Antennen und alle zugehörigen Geräte zu nützen. Normalerweise ist die Feldstärke im Bereich der benachbarten Gebäude höher als beim Gastgeber. Die vorgesehenen Grenzwerte müssen aber überall eingehalten werden.
10) Ist ein Kopfhörer beim Handy nützlich, um die Strahlenbelastung zu senken?
Durch den Kopfhörer erhöht man den Abstand zwischen Kopf und Sendeantenne des Mobiltelefons. Infolgedessen wird das Gehirn niedrigeren Feldstärken ausgesetzt. Im Allgemeinen wird der Gebrauch des Kopfhörers empfohlen, besonders bei intensiven Anwendern.
11) Wie schützt mich das Gesetz?
Das Dekret des Ministerpräsidenten vom 8. Juli 2003 legt Expositionsgrenzwerte, Vorsorgewerte und Qualitätsziele für den Schutz der Bevölkerung gegen die Exposition durch elektromagnetische Felder fest. Beim Mobilfunk betragen die Vorsorgewerte und Qualitätsziele 6V/m, die Expositionsgrenzwerte 20 V/m. Diese Grenzwerte gehören zu den niedrigsten in Europa, und wurden als Vorsichtsmassnahme gedacht. Für weitere Informationen siehe: "Gesetzgebung".
12) Werden die Abstände von den Umsetzern und die Leistungen der Antennen durch ein Gesetz geregelt? Ist das Gesetz sinnvoll formuliert und aktuell?
Die geltenden Rechtsvorschriften begrenzen die Exposition der Bevölkerung unabhängig vom Abstand und der Leistung der Umsetzer. Diese Grenzwerte sind nach dem Prinzip der Vorsicht formuliert. Sie sind sicher effektiver und sinnvoller als die Einführung von fixen Sicherheitsabständen, die Einschränkung der Leistungen, bzw. Einführung von Off-Limits-Zonen (siehe Minimierung unter "Vertiefung").
13)
Ist der Elektrosmog ein reelles Problem oder reine
Einbildung und Erfindung?
Die
Weltgesundheitsorganisation hat bezüglich Handys und Basisstationen
offiziell Stellung genommen: „Keine der jüngst durchgeführten
Überprüfungen des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes ergab, dass
Hochfrequenzexpositionen durch Mobiltelefone oder ihre
Basisstationen zu schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit
geführt haben. Jedoch wurde festgestellt, dass Wissenslücken
bestehen, die durch weitere Untersuchungen geschlossen werden
müssen, um so die gesundheitlichen Risiken besser bewerten zu
können“ (
WHO );
sie empfiehlt jedenfalls Vorsicht
anzuwenden, d.h.
Bevölkerungsschutzmassnahmen einzuführen, auch wenn endgültige
Ergebnisse über die Schädlichkeit der langfristigen Aussetzung nicht
bekannt sind. Für weitere Informationen: "
Gesundheit
".
14) Sind Rundfunkumsetzer gefährlich?
Normalerweise ist die Sendeleistung von Rundfunkumsetzern höher als beim Mobilfunk. Diese befinden sich aber meistens außerhalb der bewohnten Gebiete.
15) Ein neuer Umsetzer wird installiert: ist er genehmigt worden?
In der Sektion "Karte der elektromagnetischen Felder" findet man alle Umsetzer, die genehmigt worden sind.
16) Kann eine Basisstation andere elektrische Geräte stören?
Die von einer Basisstation erzeugten Felder sind normalerweise zu niedrig, um Störungen auf elektrische Geräte zu verursachen. Die elektrischen Geräte sind auf ihre elektromagnetische Verträglichkeit geprüft. Mögliche Störungen (z.B. bei Radiogeräten oder fixen Telefonanlagen) können beanstandet werden.
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